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Normen und Standards erklärt

Im Kontext der Wirtschaft und des internationalen Handels erlauben gemeinsame Normen und Standards den freien Handel von Waren und Dienstleistungen ohne zusätzliche Anpassungskosten. Für Prüfaufträge können Normen als eine gemeinsame Sprache verstanden werden, die für Auftraggeber von industriellen Tests und Prüflabore dazu dienen, dass beide Seiten exakt wissen, wie ein Test durchzuführen ist. So erübrigt sich eine Diskussion darüber, ob die jeweils andere Seite weiß, was genau getan werden soll. Im Umfeld industrieller Prüfungen und Tests sind Normen daher absolut unverzichtbar.

Im Nachfolgenden wollen wir einen Überblick über die Welt der Normen geben und die Thematik Normung verständlich beleuchten.

Was ist eine Norm?

Eine Norm formuliert Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren. Damit schafft sie Klarheit über Eigenschaften, sichert die Qualität und garantiert Sicherheit. Doch was bedeuten Bezeichnungen wie DIN, ISO und EN? Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Unterschied zwischen Standards und Normen

Zunächst einmal zum Unterschied von Normen und Standards. Normen sind Standards oder Regeln, die durch Normungsorganisationen veröffentlicht wurden, wie zum Beispiel DIN A4, eine Norm des Deutschen Instituts für Normung für ein Papierformat. Standards können sich jedoch auch ohne Normung bilden, und ein berühmtes Beispiel ist HTML (Hypertext Markup Language), eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung digitaler Dokumente wie Texte mit Hyperlinks, Bildern und anderen Inhalten im Internet.


DIN-logo-2

DIN als deutsche Norm

  • Die DIN-Norm steht für einen deutschen Standard. Dieser kann sich sowohl auf materielle, als auch auf immaterielle Objekte beziehen und wird vom Deutschen Institut für Normung veröffentlicht.
  • Bevor eine Norm entsteht, muss ein Interesse mehrerer Betroffener vorliegen, sich auf einen oder mehrere Standards zu einigen. Auch als Privatperson kann man ein formloses Schreiben an die DIN aufsetzen, um eine Norm anzufragen.
  • Die Gesamtheit aller Normen wird als Deutsches Normenwerk bezeichnet.


CEN-CENELEC-logo

EN als europäische Norm

  • EN steht für “Europäische Norm” und bezeichnet einen Standard, der von einem der drei europäischen Komitees für Standardisierung – Europäisches Komitee für Normung (CEN), Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) und Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) ratifiziert worden ist.
  • Alle EN-Normen entstehen durch einen öffentlichen Normungsprozess.


ISO-logo

ISO als internationale Norm

  • Eine ISO-Norm wird im Vergleich zur DIN- oder EN-Norm zur weltweiten Vereinheitlichung genutzt. ISO steht für Internationale Organisation für Normung.
  • Mittlerweile sind über 160 Länder in der ISO vertreten, und eine Norm wird ähnlich wie in Deutschland dann erstellt, wenn sowohl ein Interesse, als auch eine gute Begründung vorliegt.
  • Anstatt nur auf ein Land bezogen zu sein, gilt eine ISO-Norm für jedes Mitgliedsland.

Besonders internationale Normen sind vor allem für die Industrie von großem Nutzen, um Bauteile, Produkte, Nahrung und Kleidung in gleicher Weise produzieren zu können, ohne auf Probleme durch unterschiedliche Normierungen in verschiedenen Ländern zu stoßen. Des Weiteren gibt es einen fließenden Übergang von Normen zwischen den Ländern: beispielsweise kann eine ISO-Norm direkt in EN überführt werden, und dann dem DIN als Vorschlag zu einer deutschen Norm eingereicht werden, wodurch sich Parallelen in den Normen ergeben können.

Bezeichnungen erklärt:

  • DIN: (z.B. DIN 33430) ist eine DIN-Norm, die überwiegend nationale Bedeutung hat
  • DIN EN: (z.B. DIN EN 14719) ist die deutsche Übernahme einer Europäischen Norm. Europäische Normen müssen, wenn sie übernommen werden, unverändert von den Mitgliedern von CEN und CENELEC übernommen werden.
  • DIN EN ISO: (z.B. DIN EN ISO 9921) ist die deutsche Übernahme einer unter Federführung von ISO oder CEN entstandenen Norm, die dann von beiden Organisationen veröffentlicht wurde.
  • DIN ISO: (beispielsweise DIN ISO 10002) ist eine unveränderte deutsche Übernahme einer ISO-Norm.

Des Weiteren werden häufig zusätzliche Informationen in die Bezeichnung eingetragen, um auf einen speziellen Teil einer Norm hinzuweisen. Ein Normenteil wird mit Bindestrich notiert (Teil 3 der DIN EN 3 als DIN EN 3-3). Das Ausgabedatum der Fassung wird nach einem Doppelpunkt notiert, wie zum Beispiel bei DIN 1301–1:2002–10, welche den ersten Teil der Norm DIN 1301 bezeichnet und im Oktober 2002 veröffentlicht wurde.

Sonderfälle erkärt:

  • DIN IEC: (beispielsweise DIN IEC 60912) Unveränderte deutsche Übernahme einer IEC-Norm.
  • DIN CEN/TS bzw. DIN CLC/TS: (z. B. DIN CLC/TS 50459-1) Unveränderte deutsche Übernahme einer Europäischen Technischen Spezifikation.
  • DIN CWA: (beispielsweise DIN CWA 14248) Unveränderte deutsche Übernahme eines CEN- oder CENELEC Workshop Agreements (Technische Regel).
  • DIN VDE: Themen der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik werden gemeinsam von DIN und VDE durch die DKE bearbeitet. Siehe dazu Liste der DIN-VDE-Normen.
  • DIN SPEC: Erarbeitung von Spezifikationen: keine Einbeziehung aller interessierten Kreise und daher wesentlich schneller als die Normung

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